Wer ist Bernadette ?
Bernadette in Lourdes Bernadette in Nevers
Bernadette in Lourdes: 1844-1866
- 1844-1858: ihre Kindheit, Familie, die Zeit der Erscheinungen
- 1858-1866: nach den Erscheinungen, mit den Caritas-Schwestern von Nevers im Hospiz von Lourdes

 
Bernadette in Nevers: 1866-1879
- 07. Juli 1866: Ankunft in Saint-Gildard
- Profess am 30. Oktober 1867
- Bernadette stirbt am 16. April 1879

Heiligsprechung:
08. Dezember 1933


In Lourdes, eine Jugendliche ihrer Zeit
Von Lourdes nach Nevers, von der Mühle von Boly nach Saint-Gildard, von ihrer Geburt am 7. Januar 1844 bis zu ihrem Tod am 16. April 1879, was für Umwälzungen im Leben von Bernadette Soubirous!
Als älteste Tochter eines ruinierten Müllers, der wegen äußerster Armut ungerechterweise ins Gefängnis geworfen wird, lebt sie von Bruchbude zu Bruchbude bis hin zum Kerker. Sie kennt Krankheit, Hunger, Ausgeschlossensein, Ungewissheit des nächsten Tages, die Mißachtung derer, die alles haben. Sie kann kaum lesen und schreiben.
 

„Eben weil ich die Ärmste und Unwissendste war, hat die Heilige Jungfrau mich auserwählt.“

So begann alles am 11. Februar 1858 mit einem Geräusch wie von einem Windstoß. Die Jungfrau Maria erscheint Bernadette zum ersten Mal in der Grotte von Massabielle in Lourdes.

„Wollen Sie mir den Gefallen tun, fünfzehn Tage hierher zu kommen?“

Die schöne Dame hat „Sie“ gesagt…und Bernadette hat „ja“ gesagt. Ganz freimütig „ja“, ohne Besorgnis, während große, sehr gelehrte Ärzte, die eigens gekommen waren, um sie zu sehen, mit gewaltigen Worten von ihr sprachen, „Katalepsie, Hysterie“…
„Ja“, ohne Furcht, als man sie mit dem Gefängnis bedrohte.
„Ja“, ohne Aufregung vor denen, die sie als Lügnerin behandeln oder sie „die hübsche Heilige“ nennen und ihr ein Stück Kopftuch, Kleid oder eine Haarlocke abreißen wollen.



Der „Kerker“
Sie ist eine Jugendliche ihrer Zeit, die die Folgen der beginnenden Industrialisierung erleidet.
In Liebe zu den Ihren und im Glauben an Gott geht sie in Würde durch die Straßen von Lourdes. Mitten in dieser Wirklichkeit macht Bernadette die unerwartete Erfahrung der Begegnung mit der „Dame von Massabielle“. Gott lässt sie seine Liebe erkennen, die die von den Menschen geschaffene Ordnung umstürzt: in dem Augenblick, wo alle die, die alles wissen und die Macht haben, in stolzer Gewissheit behaupten, daß die Vernunft genügt, um die Welt neu zu erschaffen, holt er sich ein kleines Mädchen, das nicht einmal französisch versteht.


Bernardette Soubirous

 

„Ja“, demütig aber aufrecht, als sie ihren Eintritt in eine Kongregation erbittet, die in Krankenhäusern, Hospizen und Schulen tätig ist, obwohl sie kein Wissen, keine Erfahrung, keine Zeugnisse besitzt…

In Nevers wird sie eine bevorzugte Zeugin der Liebe Gottes für jeden Menschen

Am Abend des 7. Juli 1866 überschreitet Bernadette die Schwelle von Saint-Gildard, dem Mutterhaus der Kongregation der Caritas-Schwestern von Nevers, die sie im Hospiz von Nevers kennengelernt hatte, und begibt sich so auf den Weg des Evangeliums, den die Kongregation vorschlug, die sie gewählt hatte.

„Gott ist Liebe“
Bei ihrer Ankunft konnte Bernadette diese Worte lesen, die in den Stein des Giebels des Hauses eingraviert waren.



Sie decken sich mit der Erfahrung, die schon in ihr Herz eingeschrieben war: die der überraschenden Liebe Gottes zu jedem Menschen.
Während 13 Jahren bleibt Bernadette in Saint-Gildard, als Hilfs-Krankenschwester, Verantwortliche für die Krankenstation, Küsterin, aber oft selbst krank…
In Nevers empfindet sie in einem einfachen und verborgenen Leben eine tiefe Verbundenheit mit den Ärmsten. Mit Jesus verbunden, der geliebt hat bis zur Hingabe seines Lebens, bemühte sie sich, in jeder ihrer Handlungen und in jedem ihrer Worte den Wunsch ihres Herzens auszudrücken:

„Ich werde keinen Augenblick leben ohne zu lieben.“

Gegen Ende ihres Lebens war Bernadette häufig krank und verbrachte lange Zeiten in der Krankenstation Sainte Croix.

„Ich werde keinen Augenblick leben ohne zu lieben.“

 

Wie die Kranken erfährt Bernadette die Erniedrigung der Abhängigkeit, das Leiden der Nutzlosigkeit, aber sie macht aus dieser Erniedrigung, aus diesem Leiden eine Öffnung zu den anderen, eine tiefe Verbundenheit mit allen denen, die dasselbe Schicksal erleben.

„…Ich hätte mir ganz gewiß nicht diese Untätigkeit gewählt, zu der ich genötigt bin.“

Bernadette ist weder träge noch in sich zurückgezogen. Sie ist beständig wachsam, um sich nicht in dem Leiden untergehen zu lassen.

Die ihr Nahestehenden beschreiben, wie „heftig die Schmerzen ihrer letzten Krankheit waren. Die erschöpfte Brust glühte wie im Feuer; die Knochen des Knies waren von einem verzehrenden Knochenfraß zerfressen.“ Diese Wochen in der Krankenstation Sainte Croix sind für Bernadette natürlich eine Zeit körperlicher Prüfung, aber auch geistlicher Prüfung, einer „Nacht“ des Glaubens. Aber sie erbittet und schöpft ihre Kraft, ihr Vertrauen von Jesus am Kreuz.


Krankenstation Sainte-Croix

Am Mittwoch dem 16. April 1879, in der Karwoche, am Nachmittag, kommt „die Stunde“, wo das innere Abenteuer Bernadettes sich vollendet. Wie Jesus legt sie ihr Leben in die Hände Gottes, dieses Gottes, der „unser Vater (ist) und für uns eine unendliche Zärtlichkeit hat.“

 

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